29.10.19

Wenn das Geld der Studierenden nur noch für einen Eintopf reicht.

Am Dienstag stand auf dem Speiseplan der Mensa Westerberg nur ein Gericht: Erbseneintopf! Der aber hatte es in sich. Er war gewürzt mit einer gemeinsamen Forderung des AStA der Hochschule Osnabrück und des Studentenwerks Osnabrück an die niedersächsische Landesregierung. Diese soll Geld bereitstellen, um die seit 2014 stagnierende Finanzhilfe endlich anzupassen und notwendige Sanierungsmaßnahmen finanziell zu unterstützen.

Pressefoto zum Aktionstag des AStA der Hochschule und der anschließenden Pressekonferenz des Studentenwerks Osnabrück. Von links Stefan Kobilke, Geschäftsführer des Studentenwerks Osnabrück, Lydia Beckschäfer und Julian Meyer vom AStA der Hochschule Osnabrück, Ronja Link, Referentin für Lernmittel/Campus Shop, Pia Dikof, Referentin für Kultur, Sport & Freizeit, Theo Thöle, Leiter der Hochschulgastronomie und Simon Marx, studentisches Mitglied im Verwaltungsrat des Studentenwerks.

Der Erbseneintopf als politisches Instrument und Tagesgericht in den Mensa Westerberg.

Geschäftsführer Stefan Kobilke steht der Presse Rede und Antwort.

„So wird die Zukunft aussehen“, ruft Lydia Beckschäfer vom AStA der Hochschule Osnabrück und verteilt trockene Brötchen zur Erbsensuppe.

„Wir stellen uns als Studierendenvertreter in die Mensa und wollen mit der Erbsensuppe die Studierenden auf die finanzielle Situation aufmerksam machen“, verdeutlicht Julian Meyer, ebenfalls Mitglied im AStA der Hochschule auf Nachfrage dem NDR.

Die Zutaten für den Eintopf! Studierende schreiben Postkarten an Björn Thümler, den niedersächsischen Minister für Wissenschaft und Kultur.

Videoeindrücke vom Aktionstag.

„Die Studentenwerke in Niedersachsen, verantwortlich für 211.000 Studierende und 1.940 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, werden vom Land im Stich gelassen", so der Vorwurf der Studentenwerke in Niedersachsen. 

Gemeinsam mit dem AStA der Hochschule Osnabrück macht das Studentenwerk im Rahmen einer Pressekonferenz auf die finanzielle Lage der Studentenwerke aufmerksam. Damit sollen die Studierenden über die Folgen der Unterfinanzierung für ihren eigenen Geldbeutel informiert und sensibilisiert werden. 

„Die Formel ist einfach: Sinkende Finanzhilfe wirkt sich negativ zu Lasten der Studierenden aus. Ein Rückzug der Politik aus der Finanzierung der Studentenwerke hat unmittelbar steigende Kosten für die Studierenden zur Folge. Die Schere geht hier immer weiter auseinander“, so Stefan Kobilke, Geschäftsführer des Studentenwerks Osnabrück, der diese Aktion gemeinsam mit den Kollegen der fünf niedersächsischen Studentenwerke in Braunschweig, Göttingen, Hannover, Oldenburg und Osnabrück vorbereitet hat.

„So wird die Zukunft aussehen“, ruft Lydia Beckschäfer vom AStA der Hochschule Osnabrück den Studierenden vor der Mensa zu, einen Korb trockener Brötchen in den Händen. „Wir stellen uns als Studierendenschaftsvertreter in die Mensa und wollen mit der Erbsensuppe die Studierenden auf die finanzielle Situation aufmerksam machen“, verdeutlicht Julian Meyer, ebenfalls Mitglied im AStA der Hochschule auf Nachfrage dem NDR.

In der anschließenden Pressekonferenz fasst Kobilke die Forderungen an das Land Niedersachsen noch einmal zusammen und wird dabei unterstützt von Simon Marx und Moritz Karn, beide studentische Verwaltungsratsmitglieder des Studentenwerks Osnabrück. Wenn das Land Niedersachsen die Finanzhilfe des Landes nicht erhöht, können wir unseren sozialen Auftrag nur bedingt erfüllen. Dadurch verlieren die Studienstandorte in Niedersachsen an Attraktivität“, so Kobilke.

Die Arbeitsgemeinschaft der niedersächsischen Studentenwerke (ARGE) hat in der vergangenen Woche den Ministerpräsident Stephan Weil, den Finanzminister Reinhold Hilbers und den Wissenschaftsminister Björn Thümler angeschrieben, um auf die Situation aufmerksam zu machen. Unterzeichnet wurden die Briefe von allen fünf Geschäftsführern der niedersächsischen Studentenwerke.

Darin unterstützt die ARGE den studentischen Protest und fordert:  

  1. die Erhöhung der Finanzhilfe für die Studentenwerke um 25 Prozent,
  2. anschließend eine automatische jährliche Erhöhung der Finanzhilfe um drei Prozent und
  3. die Auflage eines substantiellen Sonderprogramms zur Sanierung der Wohnheime, wie im Niedersächsischen Landtag am 18. Dezember 2017 vom Wissenschaftsminister Björn Thümler angekündigt.

Der Eintopf als Weckruf

Begleitet wird der Appell des AStA der Hochschule Osnabrück und des Studentenwerks von einer Postkartenaktion. Die studentischen Gäste der Mensa Westerberg können vor Ort eine Postkarte an den Minister für Wissenschaft und Kultur schreiben und ihm ihre Meinung zur finanziellen Unterversorgung der Studentenwerke mitteilen. Diese werden gesammelt und vom Studentenwerk an das Landesministerium weitergeleitet.

Links

Petition: „Mehr Finanzhilfe vom Land für Studiwerke - Studierende entlasten“ 

Entwicklung Studentenwerksbeiträge und Finanzhilfe – GF-Bericht 2018

Einladung zur Pressekonferenz

Pressemeldung des Studentenwerks Osnabrück vom 29.10.2019: „Land Niedersachsen lässt Studentenwerke im Stich“

Pressemitteilung AStA Hochschule Osnabrück

Handout Studierende fordert mehr Geld vom Land

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