13.03.20

Interview mit Entwickler Nils Baumgartner zur neuen APP SWOSY

Studierende programmieren App für das Studentenwerk Osnabrück.

Johann Arndt und Nils Baumgartner haben SWOSY-APP programmiert.

Lieber Herr Baumgartner, Sie und Johann Arndt haben eine tolle App für das Studentenwerk Osnabrück programmiert. Ist SWOSY die erste App, die Sie programmiert haben?

Nils: Ja, die erste Richtige. Davor habe ich lediglich mal was sehr Kleines probiert, aber das ist die erste App, die es in den Store geschafft hat.

Wie sind Sie überhaupt auf die Idee gekommen, eine App für das Studentenwerk zu programmieren?

Nils: Zuerst wollte ich eine Alexa-App entwickeln, die mir den Speiseplan vorliest. Dafür habe ich beim Studentenwerk angefragt, ob ich deren Daten nutzen darf. Kurz darauf habe ich eine Einladung zu einem Gespräch in der Cafeteria Westerberg erhalten. Dort ist die Idee der App entstand. Es gab bereits andere Speisenplan-Apps, aber eine Applikation, die alle wichtigen Bereiche des studentischen Lebens erfasst gab es nicht.

Wie lange haben Sie für die Programmierung und Fertigstellung gebraucht?

Nils: Knapp ein halbes Jahr für die Programmierung. Da gingen schon einige Nächte mit extra Schichten dabei drauf. In den anfänglichen Gesprächen mussten zunächst viele der Anforderungen geklärt werden.

Was hat Ihnen an der Arbeit am meisten Spaß gemacht?

Nils: Das Programmieren selbst war der schönste Teil. Besonders der Anfang, wenn noch nichts vorhanden ist und man die ersten Strukturen schafft.

Haben Sie hier für das Studentenwerk ehrenamtlich gearbeitet oder gab es was dafür?

Nils: Eine sehr gute Masterarbeit, aber auch etwas Taschengeld.

Es gibt ja schon Apps, die auch von Studierenden für das Studentenwerk Osnabrück programmiert wurden. Was unterscheidet nun Ihre App zum Beispiel zu der App Osca?

Nils: Leider kann man die Osca-App nicht als Studierender der Universität nutzen. Die Osca-App selbst hat einfach einen anderen Fokus: Auf Veranstaltungen und das Studieren an sich.

Glauben Sie, dass Sie die Studierenden über eine App besser informieren, als über eine responsive Webseite?

Nils: Ich glaube das lässt sich nicht generell beantworten. Es gibt bestimmt einige, die lieber auf eine Webseite gehen und sich nicht extra eine App installieren möchten. Eine Webseite ist die Anlaufstelle für den ersten Kontakt und um formelle Informationen abzurufen. Eine App nutzt die Funktionen des Smartphones und ermöglicht es mir, auf meine Person zugeschnittene Informationen zu erfragen. Beispielsweise erkennt die App über der Spracheinstellung der Tastatur meine bevorzugte Sprache und führt mich durch die Installation. Wenn ich ein Essen besonders mag, kann mir die AppPush-Nachrichten senden, damit ich mein Lieblingsessen nicht mehr verpasse. Außerdem ist die App fest mit dem Smartphone verbunden – das Icon macht mir zu jeder Zeit bewusst, dass mein Studentenwerk existiert und für mich da ist, wenn ich es brauche.

Sie konnten auf die Daten der Homepage zugreifen. Hat das die Arbeit erleichtert oder erschwert?

Nils: Tatsächlich eher erschwert. Daten werden am besten in unformatierter Weise verarbeitet. Daten aus der Webseite zu exportierten sind für Programmierer einfach nur lästig. Bei jeder Veränderung der Webseite muss die Programmierung angepasst werden. Daher haben wir uns entschieden, die Speisepläne als Export-Datei aus dem Warenwirtschaftssystem verwenden.

Sie haben eine Evaluation durchgeführt, die auch Bestandteil Ihrer Masterarbeit ist. Was sind die wichtigsten Erkenntnisse daraus für Sie und für die App? Alles richtig gemacht, oder mussten Sie noch einmal nachjustieren?

Nils: Wir haben tatsächlich bereits viel Feedback während der Entwicklung bekommen, sodass viele meiner Kommilitoninnen und Kommilitonen bereits im Gestaltungs- und Programmierprozess Einfluss genommen haben. In der Schluss-Evaluation wurden lediglich Kleinigkeiten angemerkt. Dem Einen ist ein Icon zu groß, dem Anderen zu klein. Wir haben zum Ende hin für den Speisenplan noch eine Galerieansicht eingebaut, welche sehr gut angenommen wurde.

Muss man so eine App nicht ständig weiterentwickeln? Wie geht es denn weiter mit SWOSY, wenn Sie Ihre Masterarbeit abgeschlossen haben?

Nils: Die Programmierung der App bietet eine solide Grundlage, auf der sie weiterentwickelt werden kann. In den kommenden Monaten muss daher nicht viel getan werden. Viele Informationen werden automatisch über eine Webseite angepasst. Während der Entwicklung hatten wir aber einige Einfälle, die wir gerne umgesetzt hätten. Schon in der Entwicklung haben wir gemerkt, dass wir mit SWOSY nah an den Bedürfnissen der Nutzer gearbeitet haben: drei weitere Studierende haben Interesse, aus der Weiterentwicklung von SWOSY eine Abschlussarbeit zu fertigen. So kann das Studentenwerk auch in Zukunft die App an die Bedürfnisse der Nutzerinnen und Nutzer anpassen. Ab September wird es zum Beispiel bei den Speisen Nährwertangaben geben.

Gab es unlösbare Anforderungen? Wie halten Sie es zum Beispiel mit dem Datenschutz?

Nils: Es gab Wünsche, welche den Rahmen einer Abschlussarbeit überstiegen hätten – zum Beispiel eine Zahlfunktion über die App. Bei dem Datenschutz haben wir uns selber als Ziel gesetzt, dass der Nutzername ein Pseudonym bleibt. Viele interessante Features konnten deshalb nicht umgesetzt werden. Uns war auch wichtig, dass Nutzer anonym bleiben können. Diese können allerdings keine Push-Nachrichten für sein Lieblingsessen bekommen. Das ist allerdings die Entscheidung des Nutzers.

Es gibt ja die Funktion, dass man Freunde finden kann. Ist das unter Einhaltung des Datenschutzes möglich?

Nils: Jeder Nutzer erhält eine Buddy-ID, mit welcher man sich gegenseitig als Freunde hinzufügen kann. Damit man sehen kann, welcher seiner Freunde in der Mensa ist, müssen diese freiwillig angeben, dass sie dort sind - eine Art Doodle-Umfrage, wenn man so will. Wir wollten zuerst den Standort über die Funktion im Smartphone zu automatisieren. Da wir dies jedoch nicht in den Datenschutz aufnehmen wollten, haben wir diese Funktion abgeändert.

Haben Sie durch die Zusammenarbeit mit dem Studentenwerk Osnabrück noch etwas über das Studentenwerk gelernt, was Ihnen vorher nicht klar war?

Nils: Oh, in der Tat! Ich dachte immer, dass das Studentenwerk lediglich für die Mensen zuständig ist, aber da gehören viele, viele weitere Bereiche dazu. Ich glaube, das kommt daher, dass man davor, mit den anderen Bereichen, nicht in Kontakt gekommen ist.

Vielen Dank für das Interview.

Studentenwerk lädt Studierende zum Lunch ein

Claudia Puzik
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